Heile Welt: Roman (German Edition)

Heile Welt: Roman (German Edition)

Walter Kempowski

Language: German

Pages: 480

ISBN: B004XE78ZE

Format: PDF / Kindle (mobi) / ePub


Ein kleines Heidedorf in den 60er Jahren:

Matthias Jänicke, Lehrer und nicht mehr ganz jung, tritt seine erste Stelle an. Das gemächliche Landleben behagt ihm durchaus. Idyllische Impressionen lassen ihn, zumindest eine Zeitlang, an eine heile Welt glauben. Doch der schöne Schein trügt. Schon bald muß er erkennen, daß fast jeder Dorfbewohner etwas zu verbergen hat. Mißgunst und kleine Skandale sind an der Tagesordnung, werden jedoch vor dem Fremden sorgfältig verborgen. Der dörfliche Mikrokosmos widersetzt sich allen Versuchen des Lehrers, in dessen Inneres vorzudringen. So bleibt er der geduldete Beobachter, dessen Alltag zwischen zufälligen Liebeleien, Schulstunden und gelegentlichen Jagdausflügen verrinnt.
Dabei käme es für ihn jetzt wirklich darauf an: Es ist bereits sein dritter Anlauf, eine bürgerliche Existenz zu gründen...

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Beim Laufen war nichts zu machen, da hatte die Seglerkameradschaft die Daten mit Kugelschreiber eingetragen. Guckten sie nicht gar durchs Fenster, ob alles seine Richtigkeit hat? Zugute kam ihm bei dieser Manipulation, daß ein heftiger Streit ausbrach wegen der Getränke, dort fehlten fünfundzwanzig Mark in der Kasse! Hier hatte der Kollege Frohriep Aufsicht gehabt und wohl nicht richtig aufgepaßt, war fortgegangen ein ums andere Mal. Nun traten die Lehrer an zum gemeinsamen Schnurball. So alt

hinuntergeschickt auf den Parkplatz, er soll seinen Kameraden sagen, daß sie sich auf der linken Seite sammeln sollen, nicht rechts, wie sie sich gerade anschicken, es zu tun, die rechte Seite muß frei bleiben für den Schulrat. Zur Unterstützung Frohrieps, der offenbar nicht recht durchdrang mit den Ordnungsanweisungen, verließ der Rektor seinen Wartepunkt und eilte den Ankömmlingen entgegen. Er klatschte in die Hände und rief:«Lihinks! links! Ja?» �Sie sind doch auch der Meinung, daß das

die Himmelserscheinung zu beschreiben, erster Akt, zweiter Akt, dritter Akt, in sein Notizbuch notierte er die Himmelsveränderungen, und er fragte sich nicht: Warum tu ich das? Vor diesem Fenster spielte sich jeden Abend der Weltuntergang ab. Der Sonnenaufgang hingegen wurde ihm von der Straßenseite her beschert, der war nicht so interessant, das war ein ganz anderes Licht, das hatte etwas mit dem Geschepper der Milchkannen zu tun, morgens um sechs. Hundebellen und Hähnekrähen. Immer nahm er

noch was anderes, das er noch nicht vergessen hatte. Zwei Stuben, Küche, Klo – die Schlafkammer wurde nicht geöffnet, da lagen die Kegelkugeln, das würde dem Kameraden aus Wuppertal schwer zu erklären sein, eine Sammlung von Kegelkugeln? Wozu denn das? Eine große Sache war die Besichtigung des Klassenraums! Der Geruch schon allein, das Fußbodenöl, oder handelte es sich dabei um Lysol gegen ansteckende Krankheiten? An den Geruch erinnerte man sich ja noch von vor dem Krieg. War denn hier die

so weiter. Ewig schade, daß er nicht gleich den Campingwagen hierhergefahren hat, sagte Kamerad Bentwitsch, dann hätten sie’s sich auf den Liegestühlen bequem machen können, oder sei das Aufstellen von Liegestühlen hier verboten? Solle er noch mal schnell loslaufen? Bentwitsch setzte eine kecke Miene auf. Wie wär’s, sagte er, wenn sie sich hier im Dorf einen festen Stellplatz für den Campingwagen besorgten, dann könnten sie jedes Wochenende herkommen? Ob es im Wald auch Pilze gibt, und wenn die

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