F: A Novel

F: A Novel

Daniel Kehlmann

Language: English

Pages: 272

ISBN: 0307911810

Format: PDF / Kindle (mobi) / ePub


F is for family. F is for fortune. F is for fraud. F is for fate.
 
From the internationally acclaimed author of Measuring the World, here is a dazzling tragicomedy about three brothers whose father takes on the occult and both wins and loses.
 
Arthur is a dilettante, a wannabe writer who decides to fill an afternoon by taking his three young sons to a performance by the Great Lindemann, Master of Hypnosis. While allowing one of them to be called onto the stage and made a spectacle of, Arthur declares himself to be immune to hypnosis and a disbeliever in all magic. But the Great Lindemann knows better. He gets Arthur to tell him his deepest secrets and then tells him to make them real. That night, Arthur empties the family bank account, takes his passport, and vanishes. He’s going to become a world-famous author, a master of the mystical. (F is for fake.)
 
But what of the boys? Martin, painfully shy, grows up to be a Catholic priest without a vocation. (F is for faith, and lack of it.) Eric becomes a financier (F is for fraud), losing touch with reality as he faces ruin, while Ivan, destined for glory as a painter, instead becomes a forger. (F is for forgery, too.) They’ve settled into their life choices, but when the summer of the global financial crisis dawns they’re thrown together again with cataclysmic results.
 
Wildly funny, heartbreaking, tragic, Daniel Kehlmann’s novel about truth, family, and the terrible power of fortune is a fictional triumph.

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hatte er gar nichts gegen ihn. Es machte ihn bloß wütend, dass sein Bruder so kraftlos war, so leise und furchtsam. Außerdem nahm er ihm noch immer jenen Moment vor sieben Jahren übel, als ihre Eltern sie abends ins Wohnzimmer gerufen hatten, um ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen. «Lasst ihr euch scheiden?», hatte Iwan gefragt. Ihre Eltern hatten erschrocken den Kopf geschüttelt und gesagt: Nein, nein, wirklich nicht, nein! Und Arthur hatte erzählt, dass es Martin gab. Eric war so verblüfft

aber stattdessen frage ich: «Was kommt dran heute, seid ihr schon bei der Differenzialrechnung?» «Was ist das?» «Das weißt du nicht?» «Ich bin zehn, Papa.» Auf alles hat sie eine Antwort. Die Spinne ist inzwischen auf der anderen Seite der Tür, wie hat sie es so schnell dorthin geschafft? «Was?», fragt sie. «Wie bitte. Du musst ‹wie bitte› sagen, nicht ‹was›.» «Wie bitte?» «Was?» «Was für eine Spinne, Papa?» Habe ich eben laut gesprochen? Um Himmels willen! «Du hast gesagt –» «Nein!»

Maler, das wusste ich jetzt. Ich arbeitete wie zuvor, aber es hatte keinen Sinn mehr. Ich malte Häuser, ich malte Wiesen, ich malte Berge, ich malte Porträts, sie sahen nicht schlecht aus, sie waren gekonnt, aber wozu? Ich malte abstrakte Gebilde, sie waren harmonisch komponiert und farblich durchdacht, aber wozu? Was bedeutet es, mittelmäßig zu sein – plötzlich ließ die Frage mich nicht mehr los. Wie lebt man damit, warum macht man weiter? Was für Menschen sind es, die alles auf eine Karte

einem eine Welt des Gelingens gibt, an der man keinen Anteil hat? Wie richtet man sich ein? «Schreib über die Mittelmäßigkeit.» Es war Martins Idee gewesen, damals im Klostergarten von Eisenbrunn. Und er hatte recht: Ich konnte immerhin ein Kunsthistoriker mit ungewöhnlichem Forschungsgebiet werden. So schrieb ich einen Brief an Heinrich Eulenböck. Ich log nicht, aber ich erwähnte auch nicht den Titel meiner Dissertation: Mediokrität als ästhetisches Phänomen. Ich schilderte nur, wie ich durch

Teller gelegt, als wäre das nichts Besonderes. Aber Ligurna interessierte sich ohnehin kaum mehr dafür, was bei ihnen vorging: Seit Mama ihr gekündigt hatte, schmeckte das Essen noch schlechter als früher, und auf den Regalen sammelte sich Staub. Sie würden auch das Haus nicht mehr lange halten können, hatte Mama gesagt, sogar mit Hilfe der Großeltern sei es zu teuer. Mama fand das traurig, aber Marie war es recht. Sie hatte das Haus nie gemocht. In dem Kuvert war nur ein einziges Blatt gewesen,

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