Das Photo: Roman

Das Photo: Roman

Penelope Lively

Language: German

Pages: 180

ISBN: B004OL2WJI

Format: PDF / Kindle (mobi) / ePub


»Was mich interessiert, ist das Gedächtnis, die Art und Weise, wie Menschen und Landschaften aus Erinnerungen zusammengesetzt sind.« Penelope Lively

Nach dem Tod seiner bildschönen Frau findet Glyn ein altes Photo von ihr, auf dem sie mit einem anderen Mann Händchen hält. Wann und wo wurde das Photo gemacht? Dieser Nachweis der Untreue – für lange Jahre versteckt – lässt Glyn nicht ruhen. Ganze Lebensentwürfe gehen bei seinen Nachforschungen in die Brüche. Kann er die Wahrheit über Kath herausfinden?

Penelope Lively entwickelt hier mit wunderbarer Leichtigkeit das Bild einer Frau, die ganz anders war, als ihr Mann ein Leben lang dachte. Der neue Roman der »Booker«-Preisträgerin: klug und mit feinstem englischen Humor.

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stecken. Nein, auf Elaine lässt er nichts kommen, keine Frage. Wenn sie ab und zu ziemlich geladen ist, na, dann ist das nur verständlich. Sie steht ganz schön unter Druck, und da muss man verständnisvoll und entgegenkommend sein. �Übrigens«, sagt er, �ich hab mir die Sache durch den Kopf gehen lassen - das mit dem Auto. Es braucht ja nicht unbedingt brandneu zu sein. Eins, das ein, zwei Jahre alt ist, tut’s genauso.« �Von deinem Auto ist nicht die Rede.« Eins muss man wirklich sagen: Elaine

Gesicht. Und wie sie sich bewegte, saß, stand - man musste sie einfach immer ansehen. Dabei war sie kein bisschen eitel, machte sich nie wegen ihrer Frisur oder ihrer Kleidung Gedanken - hatte sie auch nicht nötig, aber der springende Punkt war: Ihr war gar nicht bewusst, dass sie es nicht nötig hatte. Sie legte einfach nicht viel Wert darauf. Das kann man natürlich nur, wenn man schon so umwerfend ist, deshalb wusste sie’s vermutlich doch, irgendwie unterschwellig - beißt sich in den Schwanz,

werden die Photos gefunden. Und da ist Kath, unverkennbar. Kath neben dem berühmten Dirigenten, dem sie es wirklich angetan hatte, wie Claverdon sagt. Und da ist Kath auf einem fröhlichen Gruppenphoto aller Festspielmitarbeiter. Kath steht neben Claverdon; Glyn nimmt die beiden scharf unter die Lupe. Er kann ihre Hände nicht sehen. Kath strahlt. Sie sieht glücklich aus, entspannt. Von ihr geht ein Leuchten aus. Glyn fühlt sich seltsam ausgeschlossen, er wusste nichts von jenem Tag, jenen Leuten.

furchtbar leid, die Zeit ist mir davongerast …« Im Lauf jenes Tages hatte Elaine dreimal an Kath gedacht - aber denken ist nicht das richtige Wort für diesen unwillkürlichen Vorgang, wenn eine Person im Bewusstsein einer anderen auftaucht. Besser gesagt, sie hatte Kath erlebt. Als sie die Bäume pflanzte, fiel ein Wurm von einem Spaten Erde und ließ plötzlich Kath als kleines Kind aufscheinen, das aufmerksam vor einem Blumenbeet hockte und rief: �Schau her, schau her! Ein Ding …« Dies war weniger

Küchenzeile; wenn er sich aus dem Laden eine Zeitung holt, gehen ihm Verbindungen und Relikte aus alten Zeiten durch den Kopf. Doch ab und zu lässt ihn seine distanzierte Haltung im Stich. Dann ziehen ihn andere Dinge unerbittlich in ihren Sog und fordern Aufmerksamkeit. Vor allem jener Tag. Der Tag, an dem er abends in dieses leere Haus zurückgekehrt ist. Er geht diesen Tag immer wieder durch und sieht am Ende, was er damals gesehen hat. Der Anblick ist immer noch derselbe, nur hat der

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